Beschreibung der Massage

Dr. med. Simeon Pressel hat eine Massage geschaffen, die als umfassende grundlegende Maßnahme im Bereich der anthroposophischen Körpertherapie ihren Platz hat.

 

Man versteht ihre Wirkungen, wenn man begreift, dass von der Mitte des Menschen, vom ‚rhythmischen System’, dem zentralen Ort der Herz – und Atemtätigkeit, alle Heilkräfte ausgehen.

 

Die Massage ist nun so angelegt, dass sie dieses rhythmische System stärkt. Sie trägt der polaren Dynamik des Muskelorganismus in besonderer Weise Rechnung, indem der ‚untere Mensch’ (Beine, Hüfte, Lendenbereich) und der ‚obere Mensch’ (Arme, Rücken, Nacken) getrennt massiert werden. Die dadurch entstehende Spannung zwischen den polaren Kräften des Bewusstseinspols (oben) und des Stoffwechselpols (unten), ruft das mittlere System zu verstärkter Tätigkeit auf. Dieses mittlere System hat nach Rudolf Steiner eine spezifische Aufgabe: es ‚heilt’ durch seine rhythmisch ‚atmende’ ausgleichende Tätigkeit, die einseitigen ‚krankmachenden’ Wirkungen der beiden anderen Systeme. ("Denn es gibt ein großes Geheimnis: Alle heilenden Kräfte liegen nämlich ursprünglich im menschlichen Atmungssystem. Und wer den ganzen Umfang des Atmens wirklich versteht, der kennt aus dem Menschen heraus die heilenden Kräfte. Nicht in den andern Systemen liegen die heilenden Kräfte. Die andern Systeme müssen selbst geheilt warden”. Rudolf Steiner, GA 229)

In diesem Zusammenhang bedeutet ‚heilen’, dass das rhythmische System beide Pole in eine dem gesamten Organismus förderliche Beziehung setzt. Die atmende,  rhythmische Tätigkeit spiegelt sich in dem ‚Modell’ der Massage, nämlich in dem Wechsel von ‚oberer’ (Einatmung) und ‚unterer’ (Ausatmung) Massage. Das komplexe Geschehen der viele Bereiche erfassenden und regulierenden ‚Atmung’ schafft nach und nach ein gesundes Gleichgewicht zwischen abbauenden (katabolischen) und aufbauenden (anabolischen) Prozessen. Kopflastigkeit und Stoffwechselprobleme werden positiv beeinflusst und seelische sowie Entwicklungskrisen bekommen Hilfe, so dass der heute lebende Mensch den täglichen Herausforderungen der automatisierten und virtuellen Welt besser gewachsen ist.

 

Die oben beschriebene Dynamik wird in der Be-hand-lung der Muskeln aufgegriffen. Die bindende und lösende Hand bringt in rhythmischen Bewegungen alles zum Strömen und vermittelt über die jeweiligen Griffe die Verbundenheit des Menschen mit den siebenfältigen Planetenqualitäten, die die Heilung einleiten und fördern. Die untersonnigen Planeten (Venus, Merkur, Mond) stehen dabei vermehrt in Zusammenhang mit der Rückenmassage, die obersonnigen (Saturn, Jupiter, Mars) mit der Beinmassage. Weiterhin schaffen die urbildlichen Formen wie Lemniskaten und fortlaufende Spiralen ein lebensvolles Ganzes, das Verhärtungen, Blockaden und ‚versumpfte’ Zonen aufzulösen hilft.

Die Massage wird als ein tiefes Aufatmen empfunden, als eine Aktivierung des Kreislaufes und der körpereigenen Wärme und führt zu neu erweckter Lebensfreude, gibt Mut und Kraft, das eigene Leben wieder selbständiger zu gestalten.

 

Das Konzept der Massage erinnert in seiner Einleitung, Durchführung und dem beschwingten, 'eurythmischen' Abschluss an eine musikalische Komposition. Die Behandlung folgt einem geordneten Ablauf, der je nach Umständen und dem Alter (Kinder, Jugendliche, geschwächte und alte Menschen) variiert und individuell abgewandelt wird. Der ungefähr einstündigen Behandlung kann sich eine Nachruhe anschliessen.

 

Von großer Wichtigkeit ist die Durchwärmung des Patienten (Wärmeflasche, Wollsocken und –decken), die den gestörten Wärmeorganismus stärkt und die Massagebehandlung umfassend fördert.

 

Die manuelle Therapie kann durch ergänzende Therapieverfahren wie das Schröpfen mit Schröpfgläsern, rhythmische Organeinreibungen, Wickel u.a. m. erweitert werden.

 

Kontraindikationen sind: Infektionskrankheiten, Fieber, Wunden, Frakturen, Schwangerschaft vor dem fünften Monat, Thrombose, Embolie und Menstruation.

Die Massage, ist im salutogenetisch – hygienischen, als gesundheitserhaltend und - fördernd, wie auch im therapeutischen (heilenden) Bereich anzusiedeln:

  • sie schafft einen Ausgleich bei Über- als auch bei Unterfunktionen (z.B. Blutdruck, Stoffwechselstörungen, Herzerkrankungen) 

 

Sie ist hilfreich bei:

  • chronischen Krankheiten des Stoffwechsels, Herz- und Lungen-krankheiten, Rheuma, Fibromyalgie, Multiple Sklerose und weiteren Nerven- sowie Gemütskrankheiten.

  • präkanzerösen und kanzerösen Erkrankungen 

  • Allergien und Immunschwäche 

  • Suchtkrankheiten 

  • Erkrankungen des Bewegungsapparates 

  • Menstruationsstörungen

  • Antriebs – und Schlafstörungen,  depressive Verstimmungen

  • Stress- und Erschöpfungszuständen

Sie trägt bei zur:

  • Stärkung des Gedächtnisses und der geistigen Arbeitskraft 

  • Stärkung des Willens und der Ausdauer, der Entscheidungsfähigkeit und der Durchhaltekraft. 

 

Die Massage ist in allen Altersklassen anwendbar, auch für Kinder und Jugendliche sehr geeignet.